Нова солідарність в Україні / Neue Solidarität in der Ukraine / New Solidarity in Ukraine

Dieser Blog dient als Informationsplattform des gemeinsamen deutsch-ukrainischen Jugendprojekt „Neue Solidarität in der Ukraine. Erfahrungen von zivilgesellschaftlichen Selbstorganisationen während der Euromaidan- Revolution 2013-2014“. Dieses Projekt wird im Oktober und November 2015 von der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien der LMU München in Zusammenarbeit mit der Nationalen Taras Schewtschenko Universität Kiew und Dank der Unterstützung der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ (EVZ) sowie Auswärtiges Amt und Robert Bosch Stiftung im Rahmen des EVZ-Programms „Deutsch-Ukrainische Jugendbegegnungen“ durchgeführt.

Die Ideen und Hauptziele des Projektes sind die Zusammenarbeit der deutsch-ukrainischen Jugendlichen und deren Studium von den Prozessen und Formen der Selbstorganisation und Zivilgesellschaftlichen Aktivitäten in der Ukraine während und nach dem Euromaidan 2013–2014.

Längere Zeit nach dem Zerfall der Sowjetunion zeigte die ukrainische Gesellschaft keine große Fähigkeit zur Selbstorganisation. Das hatte verschiedene Gründe, wovon einer der wichtigsten das Erbe der kommunistischen Diktatur war. Der infolge hatte die ukrainische Gesellschaft fast keine entwickelte horizontale soziale Vernetzungen, die nicht vom Staat sanktioniert wurden. Das verursachte den Rückstand der Ukraine in der Entwicklung der von auf den Prinzipien der Menschenrechte basierten stabilen demokratischen Institutionen. Zersplittert und atomisiert hatte die ukrainische Gesellschaft keine Kontrolle über die Tätigkeit des Staatsapparats.

Signifikante Änderungen fanden während der Revolution der Würde (Euromaidan) statt. Neben dem kritischem Misstrauen gegenüber der staatlichen Institutionen und den regierenden Politikern, zeigten die Bürger bis dahin ein nicht gesehenes Niveau von gegenseitigem Vertrauen und sozialen Solidarität. Ohne jene rechtliche Garantien vereinten sich die Menschen, um das gemeinsame Ziel zu erreichen. Dafür gemeinsames Vertrauten, Solidarität und Konsolidierung der Bürger stieg. Während der russischen Aggression und des Krieges im Osten der Ukraine setzten sich diese Prozesse mit großem Zuwachs in Form der Freiwilligen-Bewegung fort. Diese Bewegung ergänzte die Funktionen, die der Staat nicht vollkommen erfüllen konnte. Darunter fielen verschiedene Bereiche, wie die Versorgung der Armee oder auch die Hilfe für Zwangsumsiedler oder Flüchtlinge. Dieses neue Phänomen ist somit einer speziellen Untersuchung wert. Im Laufe des Projektes versuchen die TeinehmerInnen den Charakter von diesem Phänomen, seine Folgen und soziale Perspektiven zu erforschen.

Besonders wichtig finden wir die Tatsache, dass diese Studien in der Form der internationalen Kooperation passieren. Interessant und erfolgreich könnte für die ukrainischen Studierenden die Bekanntmachung mit der Position der unvoreingenommenen Beobachter aus Deutschland sein. Deutschland bildet eines der erfolgreichsten Beispiele der sozialen Transformation, des Übergangs von der Diktatur zu der stabilen demokratischen Entwicklung, die sich auf die breite Einbeziehung der Bürger zu den verschiedenen Formen der öffentlichen Aktivitäten stützt. Wir hoffen, dass diese Begegnung mit den zivilgesellschaftlichen Praktiken in Deutschland für die ukrainische Jugend nützlich sein wird. Gleichzeitig waren viele ukrainische StudentInnnen TeilnehmerInnen und ZeigerInnen des Euromaidans und engagierten sich für wohltätige Zwecke. Diese Voraussetzungen geben die Gelegenheit, ihre Erfahrungen mit den deutschen Altersgenossen auszutauschen.

Außerdem könnten die deutschen ProjektteilnehmerInnen in direkte Berührung mit den aktuellen Prozessen der Ukraine kommen. Die Ereignisse des Euromaidans wurden vom Anfang an Thema des Informationskriegs, in dem Fälschungen der Fakten, sowie unwahre Interpretationen die den Weltinformationsfluss dominierten. Die Teilnahme am Projekt gibt den deutschen StudentInnnen den Zugang zu den direkten Informationsquellen und hilft ihnen sich eine unabhängige und selbstständige Meinung über die Situation in der Ukraine zu bilden.

In diesem Sinne ist dieses Projekt ein Beitrag zu dem Aufbau eines direkten Kontaktes zwischen Jugendlichen aus Deutschland und der Ukraine. Das erlaubt den TeilnehmerInnen die Erfahrungen der Funktionierung der Zivilgesellschaft in den beiden Ländern auszutauschen, die Aufarbeitung einer eigenen Meinung über die aktuelle politische und soziale Situation in der Ukraine und dem besseren Verständnis der Änderungen, die gerade in der Ukraine passieren. Diese Begegnung soll die Bildung einer Basis für eine gemeinsame europäische Zukunft unterstützen.

Die Hauptforschungsmethode des Projektes ist Oral History. Es sind zwei Treffen der ukrainischen und deutschen Studenten in Kiew (Ukraine) am 23.-31. Oktober 2015 und in München (Deutschland) 15.-21 November 2015 vorgesehen. Am Anfang des ersten Treffens werden zwei Workshops organisiert, die zu den Methoden den oralhistorischen Interviews, sowie der Arbeit mit den Videoaufnahmen gewidmet sind. Danach führt die gemeinsame Studierendengruppe eine Reihe der Videointerviews mit den Euromaidam-Aktivisten, sowie den TeilnehmerInnen der Freiwilligen-Bewegungen durch, deren Auszüge in diesem Blog veröffentlicht werden sollen. Zusätzlich dazu schreiben die Teinehmerinen eigene Essays und stellen hier ihre Publikationen, sowie Fotos aus. Gleichzeitig soll dieser Blog für einen Meinungsaustausch und Diskussionen sowohl von den ProjektteilnehmerInnen als auch der Blogbesucher genutzt werden. Das Ende des Projektes steht die Durchführung einer Abschlussdiskussion des Themas in München.

Die Leiter des Projektes sind: von der deutschen Seite Prof. Dr. Martin Schulze Wessel (LMU München), vom der ukrainischen – Prof. Dr. Iwan Patryliak. Koordinatoren des Projektes sind: der Postdokorant der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien der LMU München Dr. Mykola Borowyk und Wiss. Mitabeiterin der Nationalen Taras Schewtschenko Universität Kiew Dr. Kateryna Kobchenko.

Die TeilnehmerInnen des Projektes werden durch einen Wettbewerb ausgewählt.

Die Sprachen des Blogs sind: Ukrainisch, Deutsch, Englisch.

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